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Beim Gastspiel in Walldorf konnten am vergangenen Wochenende wie erhofft beide

Beim Gastspiel in Walldorf konnten am vergangenen Wochenende wie erhofft beide Spiele gewonnen werden. Dem heiß umkämpften 4,5:3,5-Erfolg am Samstag gegen Gastgeber SV Walldorf folgte am Sonntag ein knapper, aber verdienter 5:3-Sieg gegen den SV Worms.
Alles andere als verheißungsvoll startete am Samstag die Begegnung gegen Walldorf. Nach einer unnötigen Niederlage von Neuzugang GM Imre Hera am Spitzenbrett, der eine Abwicklung übersah, einen Bauer verlor und sofort klar auf Verlust stand sah es auch an den anderen Brettern nicht nach Gewinn aus.
So hatte GM Antonios Pavlidis (2) gleich mit zwei Doppelbauern zu kämpfen. Routiniert wickelte er in ein Turmendspiel ab, in dem er sogar noch hauchdünne Gewinnchancen hatte, doch hier war sein Gegenüber zu clever, um noch etwas anbrennen zu lassen. Der Punkt wurde geteilt.
Ebenfalls einen halben Punkt steuerte IM Miklos Nemeth an Tisch 3 bei. Mit den weißen Figuren griff er unentwegt an, sein junger Spielpartner verteidigte jedoch so geschickt dass kein Durchkommen möglich war.
Den ersten vollen Punkt für die Pfälzer holte der Badener im Team. Enrico Krämer (8) stand bereits nach der Eröffnung komfortabel und nutzte eine Ungenauigkeit seines Widersachers, um eine Lawine loszutreten und seinen Gegner taktisch zu überrollen.
Doch die verbliebenen Partien ließen auch zu diesem Zeitpunkt nicht auf einen Sieg hoffen. So einigte sich IM Gabor Kovacs (4) mit seinem Kontrahenten auf Unentschieden, da sich hier während des gesamten Spielverlaufes keiner einen signifikanten Vorteil erarbeiten konnte.
Mehr Chancen hatte WGM Elvira Berend (6), die einen aktiven Springer als Vorposten gegen einen eingeklemmten Läufer hatte, doch auch hier gab es schlussendlich kein Durchkommen und die Partie endete Remis.
Die wohl spannendste Partie lief an Brett 5, wo IM Tomislav Bodrozic einen Bauer opferte, um Initiative zu erreichen. Korrekt war das Opfer wohl nicht, er konnte aber seinen Gegner so unter Druck setzen, dass dieser eine Qualität opferte. Kaum zurückgeopfert übersah Bodrozic gar in akuter Zeitnot eine Mattkombination und kam am Ende mit einem Mehrbauer ins Turmendspiel. Das war dann nicht mehr zu gewinnen und man einigte sich auf Unentschieden.
Lange musste man dann auf die Entscheidung warten. IM Fred Berend (7) hatte einen Bauer gewonnen und befand sich in einem Endspiel mit jeweils zwei Leichtfiguren. Eine davon konnte er tauschen, um dann in einem langwierigen Prozess einen weiteren Bauer zu gewinnen. Danach musste er seine Figuren so gruppieren, dass ein Bauerneinzug drohte, bis sein Gegner aufsteckte. Am Ende standen 135 Züge auf dem Partieformular und 4,5:3,5 Brettpunkte für die SG auf dem Ergebnistableau.

In der gleichen Besetzung ging es am Sonntag an die Bretter. Schon am Ausgang der Eröffnung einigte sich IM Tomislav mit seinem Spielpartner auf Unentschieden. Eigentlich eher ein gutes Ergebnis, da es ein Schwarzbrett war und zudem das einzige Brett, an dem die SG nominell nicht deutlich stärker war. Doch auch hier geriet die SG in Rückstand, als IM Gabor Kovacs kurz nachdem er remis abgelehnt hatte mit einem Blackout gleich zwei Bauern einstellte. Da gab es nichts mehr zu retten.
Für den postwendenden Ausgleich sorgte jedoch sein Landsmann IM Miklos Nemeth. Bereits in der Eröffnung hatte er einen Bauer gewonnen, nun platzierte er seine Figuren derart, dass weiteres Material zu folgen drohte. Grund genug für seinen Widersacher die Partie aufzugeben.
Für die Führung der SG sorgte WGM Elvira Berend, die eine Figur für drei Bauern opferte. Als ihr Gegenüber noch einen Bauern einstellte, war die Sache gelaufen, da die Bauernwalze nun nicht mehr aufzuhalten war.
Doch ihr Ehemann IM Fred Berend sorgte direkt für den Ausgleich, als er in komfortabler Position vehement auf Sieg spielte und dabei seine Verteidigung übersah. Sein junger Spielpartner konnte in die Stellung eindringen und ausreichend Material zum Partiegewinn erbeuten.
Auf Sieg spielte erneut auch Enrico Krämer, doch sein Gegner blockierte alle Angriffsbemühungen, sodass es am Ende nur für eine Punkteteilung reichte.
Nun lag die Verantwortung bei den beiden Großmeistern an den vorderen Bretter, die dieser auch gerecht wurden.
Antonios Pavlidis hatte einen Mehrbauer in einem Läuferendspiel. Hier nutzte er ein paar ungenaue Züge seines Kontrahenten, um eine Bauernumwandlung vorzubereiten. Dies reichte für den Bretterfolg.
Seine Scharte vom Vortag konnte auch Imre Hera ausmerzen. Auch er hatte im Leichtfigurenendspiel einen Mehrbauer, den er so tauschte, dass daraus ein Freibauer entstand. Damit war der Sieg nur noch Formsache.
Die SG steht nach zwei Siegen hinter der 2. Mannschaft des deutschen Meisters Baden-Baden auf Platz 2 der Tabelle und will diese Platzierung am 30. April und 1. Mai verteidigen. Dann geht es in Mainz gegen TSV Schönaich und Stuttgarter SF. (rs)