Der SC Schwegenheim 1983
Zwölf Schachfreunde gründeten 1983 in einem Dorf mit gut 4.000 Einwohnern einen Verein. Knapp 25 Jahre später spielte dessen erste Mannschaft in der 2. Bundesliga – und stand 2010 als Vizemeister der Südstaffel an der Schwelle zum deutschen Oberhaus.
Meilensteine
Die Chronik
Geschichte
Der Schachclub nahm bereits 1984 mit zwei Mannschaften an Meisterschaften teil. Schwegenheim I. spielte in der B-Klasse, Schwegenheim II. in der C-Klasse. Direkt in diesem Jahr wurde er schon beauftragt, die Bezirkseinzel- und die Mannschaftsmeisterschaft durchzuführen.
Die Saison 85/86 begann der SCS erneut mit zwei Mannschaften, die durch starke Leistungen des Vorjahres nun jeweils eine Klasse höher, in der A- und B-Klasse, spielten. Auch in diesem Jahr leitete der Verein die Bezirkseinzelmeisterschaft, welche am 20. April mit 50 Teilnehmern durchgeführt wurde. Im gleichen Jahr nahm der SCS an der 1000-Jahrfeier der Gemeinde Schwegenheim mit einem Festwagen und Verpflegungsstand teil und bot den Besuchern Haxen an. Zum Jahresabschluss trug der Verein vom 27.12.1985 bis 04.01.1986 das 4. internationale Meisterschaftsturnier der weiblichen Jugend aus. 16 Teilnehmerinnen aus 12 Nationen sind angereist, um sich den ersten Platz zu erkämpfen. Schließlich wurde Erika Sziva aus Ungarn mit 6 aus 7 Punkten Erste.
Die Saison 86/87 begann der SCS nun mit vier Mannschaften. Die erste Mannschaft spielte in der A-Klasse, die zweite und dritte in der B-Klasse und die vierte in der C-Klasse. Am 13.09.1986 ist der Vereinsvorstand, der diesen Posten seit Gründung des Clubs belegte, zurückgetreten. So wurde Werner Hartz sein Nachfolger. Weiterhin wurde in diesem Jahr das erste Verbandsgemeindeturnier in Schwegenheim ausgetragen. Sieger wurde Gerald Endres vor Heiko Hauck. Den dritten Platz sicherte sich U. Lechnauer aus Westheim vor Thomas Humbert vom SCS.
Das Verbandsgemeindeturnier 1988 gewann erneut Gerald Endres vor Heiko Hauck und Ralf Kaiser. 1989 wurde Gerald Endres erneut Erster und Heiko Hauck Zweiter. Patrick Wehrung belegte den dritten Platz.
Durch regen Zuspruch weiterer Schachspieler und -spielerinnen konnte die Mitgliederzahl bis 1986 auf 31 erhöht werden, bis 1989 schließlich 42 Personen den Verein bildeten. So konnten 1990 zwei weitere Mannschaften aufgestellt werden. Jedoch gab es im Zeitraum 1987 bis 1989 keine weiteren nennenswerten Ereignisse.
1990 trat nun auch Werner Hartz als Vereinsvorstand zurück, durch die Neuwahlen kam Gerhard Brechtel, der Gründungsvorstand, jedoch erneut zu seinem Posten. Schachsportlich gesehen war dieses Jahr wohl bis dahin das erfolgreichste für den Schachclub Schwegenheim. So erkämpfte sich die erste Mannschaft in der Bezirksliga den Meistertitel und stieg in die Landesliga auf. Die zweite Mannschaft wurde in der Kreisklasse A Vizemeister, die dritte Mannschaft wiederum wurde Meister in der Kreisklasse B und stieg in die Kreisklasse A zur Zweiten auf. Für die vierte Mannschaft blieb in der Kreisklasse B nur die Vizemeisterschaft gegen die dritte Mannschaft übrig und so musste sie in dieser Klasse verbleiben. Mit Jennifer Krebs hatte der SCS eine sehr begabte Spielerin in seinen Reihen, welche sich im gleichen Jahr für die deutschen Meisterschaften qualifizierte.
Trotz der bisherigen, großen Erfolge des Vereins kam es 1992 zum Teilzerfall. Nachdem die erste Mannschaft sich nicht in der Landesliga halten konnte und in die Bezirksliga abstieg brachten einige Mitglieder eine unverständliche Einstellung auf und ließen den Verein im Stich, um abzuwandern. So blieben dem Schachclub bis 1994 lediglich 13 Personen treu: Walter und Ralf Holzer, Roland Kramer, Wolfgang Kroll, Werner Hartz, Alfred Schäfer, Clemens Sprenger, Ralf Kaiser, Ralf Schlindwein, Markus Schanne, Bernd Brechtel, Ludwig Stadler und Guter Zimmermann.
Als man sich nun Gedanken über den Fortbestand des Vereins machte, setzte eine Wende ein. Mit dem Beitritt einiger junger Spieler im Zeitraum der nächsten zwei Jahre konnte man wieder 21 Mitglieder begrüßen. Es waren keine außergewöhnlichen Zugänge, jedoch wurde für den Verein eine Basis geschaffen, um wieder mehr Schach spielen zu können.
In der Saison 94/95 startete bereits erneut eine zweite Mannschaft in der Kreisklasse C, die ungeschlagen mit 14:0 Punkten den Meistertitel holte und in die Kreisklasse B aufstieg. Die erste Mannschaft erspielte den Klassenerhalt in der Bezirksklasse.
In der Spielzeit 95/96 belegte die 2. Mannschaft mit 14:2 Punkten den zweiten Platz in der B-Klasse, jedoch reichte dieser zum erneuten Aufstieg in die Kreisklasse A. Die erste Mannschaft zeigte sich gut erholt, verpasste jedoch durch zwei vermeidbare Niederlagen zum Ende der Saison einen möglichen Aufstieg in die Bezirksliga. Sie belegte den vierten Platz der Bezirksklasse. In diesem Jahr verließ Clemens Sprenger den SCS in Richtung Bellheim, blieb ihm als Jugendbetreuer und Mitglied aber weiterhin erhalten.
Die Saison 96/97 brachte einige Änderungen in beiden Mannschaften mit sich. Bernd Camin wechselte zur ersten und Gunter Zimmermann, Thilo Renck und Eleonore Ouw wurden für die zweite Mannschaft nominiert, da man in der A-Klasse sechs Spieler, statt den bisherigen vier benötigt. Mit 6:10 Punkten wurde im ersten Jahr die Klasse gehalten und Platz 7 belegt. Die erste Mannschaft erreichte mit 6:12 Punkten lediglich den Klassenerhalt mit Platz 8 in der Bezirksklasse.
Saison 97/98 zeigte ein ähnliches Bild wie die vorherige: Schwegenheim II wurde mit 6:10 Punkten in der A-Klasse Siebter, Schwegenheim I belegte mit 5:13 Punkten den achten Platz.
Die Saison 98/99 lief deutlich besser für den SCS. In der Kreisklasse A wurde die zweite Mannschaft Meister und qualifizierte sich damit für die Bezirksklasse, in der bereits die erste Mannschaft spielte, welche sich nach zwei vermeidbaren Niederlagen mit dem vierten Platz zufriedengeben musste.
In der Saison 99/00 spielten damit beide Mannschaften in der Bezirksklasse. Auch hierbei wurde die Zusammensetzung der beiden Mannschaften geändert. Die Ergebnisse waren für die zweite Mannschaft ein sechster Platz und für die erste Mannschaft ein unerwarteter Meistertitel. Somit wurden erneut weitere Spieler für die erste Mannschaft benötigt.
Die Saison 00/01 eröffnete der SCS mit drei Mannschaften, da man mit der Werbung neuer Spieler einigen Erfolg verbuchen konnte. Die neue Mannschaft erreichte mit 8:8 Punkten den fünften Platz in der C-Klasse, während die zweite den neuten Platz in der Bezirksklasse belegte und knapp dem Abstieg entging. Die erste Mannschaft hingegen wurde ungeschlagen Meister in der Bezirksliga und schaffte den Aufstieg in die 2. Pfalzliga-Ost. Dadurch wurden erneut weitere Spieler nötig, die durch das Wechseln zwischen den Mannschaften und Clubzugänge auch gefunden wurden.
Der Weg in den überregionalen Spielbetrieb
Was mit dem Aufstieg in die 2. Pfalzliga-Ost begann, setzte sich in den folgenden Jahren fort. Der Verein arbeitete sich Klasse um Klasse nach oben und erreichte schließlich den überregionalen Spielbetrieb des Deutschen Schachbunds. Ab der Saison 2007/08 spielte der SC Schwegenheim in der 2. Bundesliga Süd und hielt sich dort sechs Spielzeiten lang.
Der sportliche Höhepunkt der Vereinsgeschichte war die Spielzeit 2009/10: Mit 14:4 Mannschaftspunkten wurde der SC Schwegenheim Vizemeister der Südstaffel, nur der SV Griesheim lag vorn. Ein Verein aus einem Dorf mit gut 4.000 Einwohnern stand damit an der Schwelle zur 1. Schachbundesliga.
| Saison | Platz | Mannschaftspunkte | Brettpunkte |
|---|---|---|---|
| 2009/10 | 2. Platz | 14:4 | 45 |
| 2010/11 | 7. Platz | 8:10 | 25,5 |
| 2011/12 | 4. Platz | 10:8 | 35 |
| 2012/13 | 9. Platz | 7:11 | 28,5 |
Für die Spielzeiten 2007/08 und 2008/09 liegen im Ergebnisdienst des Deutschen Schachbunds keine Tabellen mehr vor.
Die letzte Saison und die Fusion
Die Spielzeit 2012/13 wurde zur letzten unter eigenem Namen. Mit 7:11 Mannschaftspunkten belegte die Mannschaft den neunten von zehn Plätzen und stieg gemeinsam mit dem SC Bad Mergentheim in die Oberliga Südwest ab.
Zu diesem Zeitpunkt war die Verschmelzung längst beschlossen – die Mitgliederversammlungen beider Vereine hatten im Juli 2012 zugestimmt, die Eintragung ins Vereinsregister folgte im Dezember. Das überregionale Startrecht lief in der laufenden Runde jedoch weiter unter der Bezeichnung des Stammvereins. Die neue SG Speyer-Schwegenheim übernahm den Platz in der Oberliga Südwest und gewann sie 2013/14 verlustpunktfrei – der Abstieg war nach einem Jahr wieder repariert.