Während die Pfälzer mit dem Abstieg praktisch nichts mehr zu tun hatten, schienen sich die Rheinhessen bereits mit dem Abstieg abgefunden zu haben; so ließen beide Teams mehrere Stammspieler zuhause und traten mit Ersatz an.
Schnell war klar, wer hier den Ton angeben würde: GM Adam Horvath an Brett 2, seit vielen Jahren in Diensten der Pfälzer, allerdings coronabedingt in einem ersten Saisonspiel, kam in ein ihm wohlbekanntes Stellungssystem. Als seinem Spielpartner ein taktischer Fehler unterlief war die Begegnung entschieden.
Sein Landsmann IM Attila Csonka (6) legte kurze Zeit später nach. Seinem Angriff hatte sein Gegenüber nichts entgegenzusetzen, versuchte am Ende noch ein verzweifeltes Figurenopfer, was ihm aber auch nicht half.
Enrico Krämer (7) erhöhte gar auf 3:0. Ganz ruhig und sachlich baute er sich auf, spielte sich Stellungsvorteile heraus, wandelte diese in einen Qualitätsgewinn um und drohte zum Schluss sogar, eine Figur zu gewinnen.
Der erste zählbare Erfolg für die Gäste gelang an Tisch 3, wo IM Miklos Nemeth einen Bauer geben musste, um größeren Schaden zu verhindern. Jedoch tauschte er so ab, dass er im Endspiel das Läuferpaar auf dem Brett behielt und konnte sich damit immerhin einen halben Punkt sichern.
Den Mannschaftserfolg stellte Pascal Flierl (8) sicher. Er gab zwei Bauern für einen Angriff auf den unrochierten König. Da sein Gegner nicht immer die besten Züge fand, konnte der Germersheimer den Angriff erfolgreich abschließen.
IM Gabor Kovacs (4) legte nach: im Mittelspiel gewann er einen Bauer, und nach einem schwachen Zug seines Widersachers konnte er die Partie für sich entscheiden.
Den letzten vollen Punkt für die Hausherren sammelte IM Oleg Boguslawski (5). Nach einem Qualitätsgewinn im Mittelspiel behielt er in der Zeitnotphase einen kühlen Kopf und leitete mit einem sehenswerten Qualitätsopfer eine vierzügige Mattkombination ein.
Zum tragischen Held des Wochenendes aus Sicht der Pfälzer wurde GM Antonios Pavlidis am Spitzenbrett. Schon die Anreise am Samstag gestaltete sich schwierig, als er aufgrund von Zugausfällen, vollen Zügen und defekten im Gleissystem mit fast 5 Stunden Verspätung kurz vor 21 Uhr völlig entnervt in Speyer eintraf. Dann fand er sich in einem Leichtfigurenendspiel wieder, welches wohl zu halten gewesen wäre, was ihm aber nicht gelang, sodass er am Ende unglücklich verlor.
Die SG steht nach diesem Sieg mit 11:3 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz und kann in zwei Wochen völlig entspannt zum Abschlusswochenende nach Baden-Baden fahren, wo neben dem Gastgeber mit Ötigheim die beiden Tabellennachbarn warten. (rs)