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08.12.2019: Als Sieger der Herzen, aber ohne Mannschaftspunkt kehrt die SG Speyer-Schwegenheim von ihrem Gastspiel in Lingen zurück. Gegen den SV Werder Bremen gab es eine vermeidbare 3,5:4,5-Niederlage, gegen Gastgeber SV Lingen eine 3:5-Schlappe.

Am Samstag ging es für die SG Speyer-Schwegenheim gegen die Schachabteilung des SV Werder Bremen. Während die Pfälzer mit gleich drei Spielern der zweiten Mannschaft antraten, waren die Hansestädter auch deutlich entfernt von ihrer Bestbestzung klar favorisiert.
Doch der erste Punkt wurde geteilt: GM Nikita Meshkovs an Brett 3 sah sich den kompletten Spielverlauf in ausgeglichener Position, wodurch zwangsläufig ein Remis entstand.

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GM Nijat Abasov am Spitzenbrett brachte die Pfälzer sogar in Führung, als er in bereits klar besserer Stellung ein Schachmatt sowie einen Turmgewinn gleichzeitg androhte, von denen nur noch eines abzuwehren war.
Einen weiteren halben Punkt steuerte GM Antonios Pavlidis (4) bei. Hier wurden schnell viele Figuren getauscht, am Ende bleiben jedem Spieler neben dem König nur drei Bauern.
Zu diesem Zeitpunkt standen die Zeichen sehr gut für eine Überraschung, doch dann übersah GM Arturs Neiksans an Tisch 2 eine Wendung, die ihn eine Figur gekostet hätte. Er streckte sofort die Waffen.
Mehr Fortune hatte Enrico Krämer (8), der sich ständig in der Defensive befand, sogar einen Bauern geben musste, dann aber die richtigen Züge zum Remisendspiel fand.
Im Rückstand geriet die SG, als Simon Commercon an Brett 7 verlor. Nach der Eröffnung hatte er eine Qualität mehr, gab diese jedoch im falschen Moment zurück, sodass am Ende keine Chance auf ein positives Ergebnis mehr bestand.
Für den Ausgleich sorgte GM Luca Shytaj (5), der im Mittelspiel eine Figur opferte, um den gegnerischen Monarchen seiner Deckung zu berauben. Nach Rückgewinn der Figur hatte er zwei Mehrbauern, was er problemlos zum Punktgewinn nutzte.
Die längste Partie des Abends spielte FM Denis Mager (6). Nach einem Figurenopfer seines Kontrahenten hatte er zeitweise sogar Vorteile, ein zeitnotbedingter falscher Läuferzug im Endspiel brachte ihn jedoch auf die Verliererstraße.
Am Ende stand erwartungsgemäß ein knappes 4,5:3,5 für die Hansestädter, die Zuschauer waren sich aber einig, dass der Außenseiter aus der Pfalz mindestens einen Mannschaftspunkt verdient gehabt hätte.

Noch klarer waren die Rollen am Sonntag verteilt, als die SG in gleicher Besetzung auf den SV Lingen traf. Die Emsländer hatten zum ersten Bundesliga-Heimspielwochenende ihrer Vereinsgeschichte keine Kosten und Mühen gescheut und traten annähernd in Bestbesetzung und mit acht Großmeistern an, wodurch sie an allen Brettern favorisiert waren, zum Teil recht deutlich.
Doch kampflos wollten sich die Gäste nicht geschlagen geben. GM Nijat Abasov opferte einen Bauern, um seinerseits Aktivität zu gewinnen. Nach Abtausch mehrerer Figuren verflachte die Partie und die Kontrahenten einigten sich auf Unentschieden.
Chancenreicher verlief gar die Partie von GM Nikita Meshkovs, der am Damenflügel angriff, sein Spielpartner am Königsflügel. Doch auch hier egalisierten sich die Kräfte und der Punkte wurde geteilt.
Enrico Krämer brachte die Gäste sogar in Führung. Er drang im Mittelspiel in die gegnerische Stellung ein und gewann schließlich wegen Zeitüberschreitung, da seinem Gegenüber nichts mehr einfiel. Glückwunsch zu seinem ersten vollen Punktgewinn in der Bundesliga!
Postwendend war die Führung dahin, da GM Antonios Pavlidis nach einem Bauernopfer in Angriffsstellung eine weitere Opfermöglichkeit übersah und schlussendlich mit Minusbauer und Figurenschwäche ins Endspiel kam. Hier hatte er keine Chance mehr.
In Rückstand geriet die SG, als Simon Commercon verlor. Er ging bereits mit strukturellen Schwächen ins Mittelspiel, musste im Doppel-Turmendspiel erst einen, dann zwei Bauern geben. Dies war zu viel.
Einen weiteren halben Zähler steuerte FM Denis Mager bei. Zwischenzeitlich hatte er sogar Gewinnchancen, übersah jedoch eine Abwicklung und erreichte zum Ende eine absolut ausgeglichene Stellung.
Die Begegnung war entschieden, als GM Luca Shytaj verlor. Im Mittelspiel musste er eine Qualität geben. Danach verteidigte er zäh, sein Spielpartner fand auch nicht immer den besten Zug, am Ende gelang es ihm aber doch, die entscheidenden Züge zu finden.
Aufgrund der feststehenden Niederlage stellte auch GM Arturs Neiksans seine Siegbemühungen ein und einigte sich mit seinem Gegenüber auf eine Punkteteilung. (rs)