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16:12.2018: Die SG Speyer-Schwegenheim bleibt in der 2. Schach-Bundesliga Süd in der Erfolgsspur. Beim Heimspielwochenende in Schwegenheim gelang am Samstag ein hart umkämpfter, jedoch verdienter 4,5:3,5-Erfolg gegen Tabellenführer SC Heusenstamm. Am Sonntag wurde der SV Griesheim mit dem gleichen Ergebnis besiegt.
Wie viel am Samstag auf dem Spiel stand erkannte man daran, dass beide Teams sieben ihrer acht Stammspieler aufgeboten hatten und somit mit nur jeweils einem Reservemann auskommen mussten.
Diese beiden waren es dann auch, die für eine aus Sicht der Pfälzer positive erste Punkteteilung sorgten, war doch der eingerückte Fide-Meister Denis Mager der einzige Spieler der Hausherren, der von der Papierform her deutlich schwächer als sein Spielpartner war. Schnell wurden hier viele Figuren abgetauscht; das verbliebene Material neutralisierte sich dann derart, dass keiner der Kontrahenten mehr gewinnen konnte.
Den nächsten halben Zähler steuerte Großmeister Antonios Pavlidis an Tisch 2 bei. Der in Paris lebende Grieche stand nach der Eröffnung aussichtsreich, musste aber nach einem gelungenen Bauernopfer seines Widersachers selbst kämpfen, um die richtigen Züge zum Ausgleich zu finden, was ihm jedoch gelang.
Ein weiteres Remis folgte durch GM Arturs Neiksans (3), der zwar mit den schwarzen Figuren leicht defensiver stand, aber keinen Durchbruch seines Gegenübers erlaubte.
Das nächste Unentschieden gab es durch den internationalen Meister Lev Yankelevich an Brett 7. Er gab einen Bauern auf dem Königsflügel, hatte als Kompensation dafür aktives Spiel am Damenflügel, was sich insgesamt ausglich.
Den ersten vollen Erfolg für den Bundesliga-Absteiger steuerte GM Luca Shytaj (6) bei. Unter Vernachlässigung der Rochade preschte er mit seinen Bauern vor und gewann zuerst einen Bauern. Als dann sein Spielpartner eine Figur für Bauern geben musste, war die Begegnung gewonnen.
Für den nächsten und wichtigsten Punkt sorgte GM Nikita Meskovs an Brett 4. In einem taktisch geprägten Spiel, bei dem beide Spieler Siegchancen hatten, verblieb ihm in der entscheidenden Phase mehr Bedenkzeit, die er dahingehend nutzte, dass er einen Königsangriff lancierte, den sein Widersacher nur unter Herausgabe von Material parieren konnte.
Zur Zeitkontrolle stand es somit bereits 4:2 und am Spitzenbrett hatte GM Nijat Abasov im Turmendspiel einen Mehrbauer, sodass der Mannschaftskampf zu diesem Zeitpunkt eigentlich bereits entschieden war. Der junge Aserbeidschaner spielte weiter forsch auf Sieg, sein Gegenüber war jedoch erfahren genug, diesen kleinen Nachteil nicht zu eienr Niederlage werden zu lassen, sodass es schließlich auch hier eine Punkteteilung gab.
Zum Ende gab es nch die einzige Niederlage für die Gastgeber: GM Toms Kantans (5) spielte aktiv auf Gewinn, sah sich jedoch plötzlich einem gegnerischen Freibauer ausgesetzt. Die Stellung schien verloren, er kämpfte sich jedoch wieder ein eine wohl haltbare Position. Doch hier unterlief ihm ein Fehler, der dem Gegner erneut die Möglichkeit zum Sieg eröffnete, die er nun auch nutzte.
Ganz anders die Voraussetzungen am Sonntag: hier waren die Gastgeber an den Brettern 1-7 von der Papierform zum Teil deutlich stärker. So sah es beim Beginn des Mittelspieles nach einem klaren Sieg der Pfälzer aus, jedoch entwickelte sich die Begegnung dramatisch: Zuerst war es GM Toms Kantans, der zwei Stellungen verwechselte und die falsche Variante abwickelte. So war er am Ende hoch zufrieden, dass sein Gegenüber in eine Punkteteilung einwilligte.
Ähnlich erging es IM Lev Yankelevich, der einen Mehrbauer hatte und ein Manöver übersah. Auch hier endete die Partie in einer Punkteteilung.
Zur vorübergehenden Beruhigung der Zuschauer gewann dann GM Nijat Abasov, der seines Widersacher klar beherrschte, dessen König freilegte und dann mustergültig den vollen Punkt einfuhr.
Doch wie gewonnen so zerronnen: GM Arturs Pavlidis musste tatenlos mit ansehen, wie sein Gegner Stück für Stück seine Stellung verbesserte und ihn am Ende überrollte.
Besser machte es GM Arturs Neiksans: Er gab seine Dame für Turm, Läufer und Bauer und spielte danach auf Gewinn, doch seinem Spielpartner gelang es, die Stellung zu schließen und somit einen halben Punkt zu behalten.
Erleichtert waren die Hausherren, als der für FM Denis Mager ins Team gerückte Pascal Flierl ebenfalls den Punkt teilte. Er stand die komplette Partie über defensiv, konnte seinerseits nie auf Sieg spielen, verwaltete aber recht geschickt das Unentschieden.
Somit konnte sich GM Nikita Meskovs mit einem Blick auf die Stellung von GM Luca Shytaj mit einem Remis begnügen, obwohl er durchaus Chancen hatte, auf Sieg zu spielen.
Dass das in ihn gesetzte Vertrauen gerechtfertigt war unterstrich Shytaj: In einem Turmendspiel mit einem Mehrbauern klemmte er den generischen Monarchen ab, tauschte Bauern und schickte sich an, seinen verbliebenen Freibauern einzuschieben, was seinen Gegenüber resigniert aufgeben ließ.
Nach diesen zwei knappen Siegen ist die SG verlustpunktfrei auf Platz 2 der Tabelle vorgerückt und behält somit alle Möglichkeiten, den direkten Wiederaufsteig in die stärkste Schachliga der Welt zu schaffen.