Mit einem durchwachsenen Wochenende startete die SG Speyer-Schwegenheim in die neue Saison in der 2. Bundesliga Süd im Haus Pannonia in Speyer. Nachdem man am Samstag gegen SF Bad Mergentheim mit 3:5 den Kürzeren zog, wurde durch einen knappen 4,3:3,5-Erfolg gegen den Heilbronner SV am Sonntag zumindest ein kompletter Fehlstart verhindert.
Gegen SF Bad Mergentheim entwickelte sich von Beginn an die erwartete spannende Auseinandersetzung. So freute man sich in Reihen der Gastgeber, als IM Attila Csonka an Brett 7 seinem nominell stärkeren Gegner mit den schwarzen Figuren Paroli bieten konnte und locker ein Remis erreichte.
Auch Pascal Flierl (8) agierte gut, doch auch hier reichten die leichten Vorteile nicht zum vollen Punkt aus und man einigte sich auf Unentschieden.
Die dritte Punkteteilung kam von Tisch 2: In einer schwierigen Stellung bewahrte GM Imre Hera die Nerven und behielt die Kontrolle. Zwischenzeitlich hatte er zwei Bauern Vorsprung, musste diese jedoch aufgrund schwacher Bauernstruktur zurückgeben.
Die SG schien die Oberhand zu haben, doch wie so oft kippten bei der Zeitkontrolle einige Partien, dieses Mal zu Ungunsten der Pfälzer. Als erstes erwischte es GM Adam Horvath (3), der einen Bauern verlor. Diesen puschte sein erfahrener Kontrahent, und als er einzuziehen drohte steckte der Ungar auf.
Auch sein Landsmann und Brettnachbar IM Gabor Kovacs verlor. Zwei Bauern hatte er Vorsprung, sah sich jedoch einem gegnerischen Angriff ausgesetzt, gegen den er bei ablaufender Zeit nicht mehr die richtigen Züge fand.
Noch schlimmer erwischte es IM Oleg Boguslawski (5), dem in klarer Gewinnstellung die Zeit ausging und der am Ende wegen Zeitüberschreitung verlor. Binnen weniger Minuten war aus einer komfortablen Situation ein 1,5:4,5 geworden und der Mannschaftskampf bereits zugunsten der Gäste entschieden.
So war es dann nicht mehr als Ergebniskosmetik, dass GM Mykhaylo Oleksiyenko am Spitzenbrett sich in einem sehenswerten Endspiel einen Freibauer erzwang und für den einzigen vollen Punkt der Hausherren sorgte.
Den Schlusspunkt setzte IM Tomislav Bodrozic (6), der in einem Turmendspiel mit Minusbauer die Übersicht behielt und einen halben Zähler zum 3:5 beisteuerte.
Ganz anders die Vorzeichen gegen den Heilbronner SV: Hier waren die Gastgeber an 7 der 8 Bretter nominell besser aufgestellt, sodass ein klarer Sieg zu erwarten war.
Doch dass auch hier heftig Widerstand geleistet wurde musste zuerst IM Tomislav Bodrozic spüren: Er übersah einen Zwischenzug seines Kontrahenten und verlor dadurch erst eine Figur und dann die Partie.
Für den Ausgleich sorgte GM Imre Hera, der zwar allezeit die Kontrolle über seine Stellung hatte, die Kiebitze aber aufgrund ablaufender Zeit immer einen Fehler befürchteten. Dieser unterlief ihm nicht und er kombinierte seinen Gegner aus.
Erneut in Rückstand geriet die SG, als IM Gabor Kovacs verlor. Er opferte die Qualität für einen Angriff, konnte daraus aber kein Kapital schlagen, sodass er sich schließlich in einem verlorenen Endspiel wiederfand.
Doch erneut schlugen die Pfälzer zurück: IM Attila Csonka verschaffte sich einen Freibauer auf dem Königsflügel, und als sein Gegenüber diesen zu stoppen versuchte errang er noch einen Freibauer auf dem Damenflügel. Als Ergebnis dieser beiden Vorteile gewann er einen Springer und damit die Partie.
Für die Führung sorgte GM Adam Horvath, der im Mittelspiel die Qualität gewann und diesen Vorsprung ins Endspiel mitnahm, wo sein Widersacher dann keine Chance mehr sah.
GM Mykhaylo Oleksiyenko hatte ein Mittelspiel mit ungleichen Figuren. Einen Läufer und einen Springer besaß er gegen einen Turm. Diesem versperrte er so den Rückweg, dass er sich einen Freibauer machen konnte und diesen einzuziehen drohte. Damit stand es 4:2.
Der für Pascal Flierl eingerückte Thomas Theel kämpfte mit einer schwachen Bauernstruktur. Dadurch verlor er einen Bauer, den sein Spielpartner in einem sehenswerten Endspiel zum Erfolg umwandeln konnte.
So hing es denn an IM Oleg Boguslawski, ob es am Ende doch noch ein knapper Sieg werden würde. Nachdem er Siegchancen ausgelassen hatte, behielt er im Endspiel die Kontrolle und ging kein Risiko mehr. Er rettete somit den halben Punkt und den Mannschaftserfolg für die SG.
Mit 2:2 Punkten stehen die Pfälzer im Mittelfeld der Tabelle. Nächster Gegner ist am 27.11. in Walldorf der Reisepartner SV 1947 Walldorf.