10./11.03.2018: Saison 17/18 – Heimspielrunden 11+12 in Westheim
10.03: SG Speyer-Schwegenheim – SV Werder Bremen 2 : 6
Gegen den Tabellendritten von der Weser hatten sich die Gastgeber am Samstag wenig ausgerechnet.
Sehr schnell ging es bei IM Lev Yankelevich an Tisch 5, der bereits in der Eröffnung einen Dameneinschlag übersah und klar verlor.
Bessere Chancen gab es bei IM Gabor Kovacs (7), der nicht nur aktiver stand, sondern auch fast eine halbe Stunde mehr Restbedenkzeit auf der Uhr hatte. Doch hier wurden im Mittelspiel viele Figuren getauscht und die Partie verflachte zum Remis.
Ähnlich verlief es bei FM Armin Farmani Anosheh am letzten Brett, der optisch aktiver stand, sich aber nach Figurentausch im Mittelspiel ebenfalls mit einer Punkteteilung zufrieden geben musste.
Hoffnung keimte für die Gastgeber auf, als GM Robert Ruck (6) gewann. Er stand bereits im Mittelspiel aktiver, nutzte dann einen ungenauen Damenzug seines Widersachers, um die Qualität zu opfern und damit einen durchschlagenden Königsangriff zu lancieren.
Doch postwendend gingen die Norddeutschen wieder in Führung: IM Luca Shytaj an Brett 4 hatte selbst zu passive Figuren; als sein Spielpartner dann in Shytajs Stellung eindrang, musste er Bauern geben und verlor die Partie.
In dieser Phase der Begegnung war noch einmal die Überraschung möglich: Alle drei noch laufenden Partien waren in Remisbreite, an zweien davon hatten allerdings die Gäste das Sagen. Lediglich GM Nikita Meskovs am Spitzenbrett hatte einen Mehrbauern und musste somit auf Gewinn spielen — und hoffen, dass die beiden Mitstreiter ihre Stellungen hielten.
Doch der junge Lette überzog und lief in einen Mattangriff. Damit war der Mannschaftskampf gelaufen.
Somit war es nur noch Ergebniskosmetik, dass die Ungarn zum Ende ihre Partien beide verloren: IM Miklos Nemeth (3) fand in einem Leichtfigurenendspiel nicht die richtigen Züge, GM Adam Horvath (2) wickelte statt in ein Turmendspiel — welches wohl remis gewesen wäre — in ein verlorenes Springerendspiel ab.
So stand am Ende eine nach dem Spielverlauf zu klare 2:6-Niederlage.
11.03: SG Speyer-Schwegenheim – SV Mülheim-Nord 4 : 4
Für das wichtige Spiel am Sonntag gegen Mitabstiegskandidat SV Mülheim-Nord kam GM Mykhaylo Oleksiyenko neu ans erste Brett; somit rückten alle anderen Spieler ein Brett nach hinten und FM Farmani Anosheh aus dem Team.
Aufgrund der Wichtigkeit der Begegnung für beide Mannschaften gab es anfänglich kaum Höhepunkte. Ganz zu verstehen ist trotzdem nicht, warum IM Miklos Nemeth bei aktiverer Stellung und fast einer Stunde mehr Restbedenkzeit seinem Kontrahenten remis anbot, welches dieser freudig annahm.
Eine weitere Punkteteilung kam durch IM Luca Shytaj; hier war die Partie völlig ausgeglichen und keiner der Spieler hatte Siegchancen.
GM Robert Ruck hingegen kam gut in die Begegnung und hatte leichte Stellungsvorteile, allerdings keinen konkreten Gewinnplan. Dadurch ließ er ein paar gute Züge aus und musste am Ende noch zufrieden sein, einen halben Punkt zu holen.
Ähnlich erging es IM Lev Yankelevich, der die gesamte Partie über verteidigte, dies aber mit solcher Präzision tat, dass auch hier ein Unentschieden heraussprang.
Weniger Glück hatte GM Mykhaylo Oleksiyenko, der sich einem Turmendspiel gegenübersah, in dem er zwei Doppelbauern und mehrere Bauerninseln hatte. Hier fand er die richtige Fortsetzung nicht und musste am Ende resignieren.
Mehr Fortune hatte GM Nikita Meskovs, der im Mittelspiel einen kapitalen Fehler spielte, den sein Gegenüber jedoch nicht ausnutzen konnte. Danach verlor er einen Bauern, gewann diesen jedoch wieder zurück. Am Ende hätte er eine Figur geben müssen, dafür stand der gegnerische König jedoch so weit weg, dass auch hier schließlich eine Punkteteilung auf der Ergebnisliste stand.
Vielversprechend sah die Partie von IM Gabor Kovacs aus, der etwas aktiver stand; nach Abtausch mehrerer Figuren gab es jedoch auch für ihn kein Durchkommen mehr und ein Unentschieden.
Nun musste GM Adam Horvath zumindest einen Mannschaftspunkt für die Gastgeber retten, was er auch in gekonnter Manier tat: Im Mittelspiel baute er so viel Druck auf, dass sein Spielpartner die Qualität geben musste. Nachdem er noch einige Drohungen abgewehrt und dabei Bauern gewonnen hatte, tauschte er Figuren und gab im richtigen Moment die Qualität zurück. Übrig blieb ein weit vorgerückter Freibauer, zu dessen Beseitigung weiteres Material hätte gegeben werden müssen.